20 Jahre Mauerfall:

Studiosus erweckt Reise für DDR-Bürger aus dem Jahr 1990 wieder zum Leben

17.03.09

Studiosus hat eine der ersten westdeutschen Veranstalterreisen für DDR-Bürger aus dem Jahr 1990 wieder neu aufgelegt und am 13. März 2009 beim 24. Studiosus-Gespräch auf der Tourismus-Messe ITB in Berlin präsentiert. Angeboten wird die Reise "Bayern, wo es am schönsten ist" im Rahmen des Eventreisenprogramms kultimer.

20 Jahre nach dem Fall der Mauer möchte der Studienreise-Marktführer damit an die Rolle von Reisefreiheit und Tourismus im Verlauf der Wiedervereinigung erinnern. War Reisefreiheit doch eines der zentralen Motive des Umbruchs von 1989 und wurde folgerichtig kurze Zeit später zum Wort des Jahres gekürt.

Erster Studienreise-Katalog für DDR-Bürger

Als erster westdeutscher Studienreise-Veranstalter hatte Studiosus zur ITB 1990 ein Spezialprogramm für die Bürger der DDR veröffentlicht; ein Exemplar des zwölfseitigen Katalogs wird heute im Haus der Geschichte in Bonn aufbewahrt. Die sieben darin enthaltenen Reisen führten nach Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Spanien. Entworfen hatte sie Dieter Lohneis. Der gebürtige Bamberger, der seit 1996 Mitglied der Unternehmensleitung von Studiosus ist, zeichnete für alle touristischen Inhalte verantwortlich und gestaltete auch die Katalogtexte des Spezialprogramms. Bei dessen Konzeption ging Studiosus davon aus, dass die potenziellen Kunden in kurzer Zeit möglichst viel sehen wollten und weniger Geld als Westdeutsche zur Verfügung hatten. Dementsprechend konzentrierten sich die ersten Reisen auf die Höhepunkte der Länder und Regionen und konnten durch eine Mindestteilnehmerzahl von 35 Personen besonders preisgünstig angeboten werden. Beispielsweise kostete die jetzt wieder aufgelegte fünftägige Reise "Bayern, wo es am schönsten ist" 375 DM; die zehntägige "Klassische Italienrundreise" war ab 975 DM buchbar. Stationen der Italien-Tour waren Verona, Florenz, Pisa, Rom, Neapel und Venedig. Dieter Lohneis: "Studienreisen in dieser Form könnten wir nicht mehr erfolgreich anbieten." Heute lege man viel mehr Wert auf Komfort und Entspannung. Durch das Interesse der Ostdeutschen an aktuellen Themen und weniger an kunsthistorischen sei zudem eine Änderung der inhaltlichen Ausrichtung der Studienreise befördert worden.

Wandel der Rahmenbedingungen

Damals kam das Konzept den Wünschen und Möglichkeiten der Ostdeutschen aber erfolgreich entgegen, wie ein Blick auf die Teilnehmerentwicklung zeigt: 1994 buchte nahezu jeder fünfte Studiosus-Kunde Reisen aus dem Spezialkatalog. Von 1990 bis 1995 ist das Reisekompendium, das nach der Wiedervereinigung den Titel "Spezialkatalog für die neuen Bundesländer" trug, insgesamt fünfmal erschienen und auf 240 Seiten angewachsen. Dann entschied sich Studiosus dafür, die darin enthaltenen Reisen in seine anderen Zielgebietskataloge zu integrieren. Denn ein speziell auf die Wünsche der Ostdeutschen zugeschnittenes Programm war perspektivisch nicht mehr Erfolg versprechend, zu sehr hatten sich die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits gewandelt.

studiosus



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