In 60 Sekunden in die 124. Etage

Eine Reise in das Übermorgenland nach Dubai und Abu Dhabi

27.06.11

Noch höher hinaus: Der 101 Tower in Taipeh erschien mir schon als sensationell hoch, nun der Burj Khalifa in Dubai, das neue Wahrzeichen der Stadt. 23 Etagen höher!

Ein Lift mit Druckausgleich, kein mulmiges Gefühl in der Magengegend, weder bei der Auf- noch bei der Abfahrt.
Von oben natürlich ein sensationeller Blick auf die Küste, die Skyline von Dubai, auf die neuen Hochhäuser von Jumeirah und auf das „ehemalige“ Wahrzeichen von Dubai, das segelförmige Hotel Burj el Arab.

Unten, am Fuße des Burj Khalifa, erwartete uns die Dubai Mall, die natürlich wieder alle Rekorde bricht. Wirklich außerordentlich und atemberaubend ist das Aquarium (selbst- verständlich im Guinness-Buch der Rekorde!) mit einem circa 33m breiten und fast 9 m hohen Fenster, durch das wir Fische und andere Meerestiere beobachten konnten. Von den 33.000 Tieren sollen mindestens 400 Haie sein.

Und beim Abendessen erlebten wir wirklich sensationelle, ja man kann sagen gigantische Wasserspiele: Bis zu 150 m hohe Fontänen, verschieden beleuchtet und zu unterschiedlicher Musik choreographiert, ergaben ein sehr eindrucksvolles Wasserballett, eine wunderbare Show.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind wieder da!
Betroffen von der Krise war in erster Linie Dubai, aber die Baukräne beginnen erneut sich zu drehen. Ein gutes Zeichen, auch wenn noch nicht klar wurde, ob die anderen geplanten Inseln im Arabischen Golf tatsächlich weitergebaut werden. Fast fertig ist die Insel The Palme – eine Umrundung mit dem Boot lohnt sich, um die gewaltigen Ausmaße dieses Bauprojekts zu realisieren und um die Skyline von Dubai aus einer anderen Perspektive zu genießen.

Dubai führt nun seine Planungen weiter, als Wirtschafts-, Medien- und Shoppingzentrum im Mittleren Osten.
Das wohlhabendste Emirat, Abu Dhabi, plant aber ganz anders und ist mitten in der Realisierung seiner zukunftsträchtigen Visionen. Die Wirtschaftskrise hat Abu Dhabi nicht so sehr getroffen, ist es doch das an Bodenschätzen reichste Emirat. Man setzt dort auf hochpreisigen Tourismus und auf die Themen Kultur und Sport, insbesondere auf Golf und Formel 1.

Auf der bis vor kurzem unbewohnten Insel Yas ist die Strecke für die Formel 1 Boliden ja schon in Betrieb, im Yas Hotel haben wir bei einem Abendessen die absolute Nähe der Rennstrecke erlebt. Neu ist hier die „Ferrari World“, ein riesiger Vergnügungspark, natürlich in Ferrari Rot gehalten.

Der erste Golfplatz Abu Dhabis ist auf der Nachbarinsel Saadiyat spielbereit. Und dort sahen wir in einer sehr professionellen Präsentation die Modelle der nächsten gewaltigen Projekte, deren Realisierung beschlossen ist. Und die Baumaschinen arbeiten schon!

Ich war erstaunt, was sich in den zwei Jahren seit meinem letzten Besuch getan hat, damals hatte ich diese Visionen nur als Zeichnungen gesehen.

Es entstehen Quartiere mit Hotels und Ferienwohnungen, Yachthäfen, Restaurants und Shoppingzentren, also der gesamten Infrastruktur für ein Feriengebiet.

Architektonische Höhepunkte werden vier spektakuläre Museumsbauten sein: Das von Frank Gehry geplante Guggenheim Museum Abu Dhabi, der von Jean Nouvel entworfene Louvre Abu Dhabi, das Art Center des bekannten irakischen Architekten Zaha Hadid mit dem Konzertsaal mit Blick auf die Skyline von Abu Dhabi und das Sheik Zayed National Museum, das Lord Norman Foster in Zusammenarbeit mit dem Britischen Museum bauen wird.

Ein Traum aus weißem Marmor ist die gerade erst eröffnete Sheik Zayed Moschee, eine der größten der Welt. Wir waren beeindruckt von den Ausmaßen der gesamten Anlage, der Eleganz der Säulen und Kuppeln im Inneren und den bombastischen Swarovski Kronleuchtern. Als dann die Sonne unterging, verfärbten sich die weißen Wände in ein zartes Rosa, und irgendwie wurde ich ans Taj Mahal erinnert.

Zukunft basiert auf Tradition, und bisher hatte ich geglaubt, dass das Geschichtsbewusstsein in den Emiraten gering sei. Das ändert sich. Nicht nur das museumsdidaktisch gut aufbereitete Dubai Museum zeugt davon. So besinnt man sich im Emirat Sharjah intensiv auf die arabische Tradition. Ein staatlich gefördertes, sogenanntes Sharjah Handicraft Center beweist das eindrucksvoll.

Dort traf ich eine junge Emirati, die unserer Gruppe Traditionen und Bräuche anschaulich und spannend erklärte und näher brachte. Sie sprach über Brautwerbung, Hochzeiten, das Leben im Haus, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, über traditionelle und aktuelle Gewänder. Und wir durften zuschauen, wie in diesem typisch arabischen Haus andere Frauen traditionelle Gerichte zubereiteten, die wir dann gerne und mit großem Appetit probiert haben.

Daneben haben wir natürlich eine Jeep Fahrt in die Wüste gemacht, haben dort in der Universitätsstadt Al Ain eine dem Scheich gehörende Dattelfabrik besucht, haben den katholischen Pastor in seiner Kirche getroffen, haben eine Fahrt mit einer historischen Dhow unternommen, haben die neue Metro und die Mono Rail Bahn ausprobiert und sind erfüllt von vielen neuen Eindrücken nach Europa zurückgekehrt.

Reisebericht von www.arte-reisen.de




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