Kurztrip an die Ostsee

Ein Wochenende an der deutschen Riviera

03.07.12

Vorschlag für ein Wochenende an der deutschen Riviera in Deutschlands größtem Seebad Kühlungsborn an der Ostsee, der Wiege der Wellness und Bäderkultur. Da lässt es sich sehr gut entspannen, man kann viel erleben, die Gegend überhaupt kennen lernen oder neu entdecken.

15.20 Uhr
Abflug mit Germanwings (www.germanwings.com) von Köln. Abflüge auch von Stuttgart, Düsseldorf, München und Nürnberg.

16.25 Uhr
landet man im kleinen, aber feinen Flughafen Rostock-Laage. Der bietet alle Annehmlichkeiten eines modernen und ruhigen Flughafens und daneben noch eine interessante Ausstellung „Luftfahrtgeschichte aus Mecklenburg und Vorpommern“. Die sollte man anschauen und dafür etwas Zeit einplanen. Gut vorbereiten kann man sich mit der sehr informativen Website „Luftfahrtausstellung“ unter www.rostock-airport.de.

17.30 Uhr
ist Kühlungsborn erreicht, der Transfer wird meist von den gebuchten Hotels erledigt. Busse oder Mietwagen kann man vorbestellen, öffentliche Verkehrsmittel nach Rostock und von da weiter, gibt es auch, dauert aber. Kühlungsborn liegt an der Mecklenburger Bucht, die beiden Hansestädte Rostock und Wismar sind ca. 35 km entfernt. Die Stadt entstand 1938 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Brunshaupten, Arendsee und Fulgen. Diesen Namen werden wir später nochmals begegnen. Statt einem Zentrum gibt es einen Stadtwald und zwei Ortsteile, Kühlungsborn West und Ost und da leben etwas mehr als 7000 Einwohner. Mindestens drei Highlights hat es hier: Der Strand, die Strandpromenade und die Häuser an der Straße dahinter. Fast 6 km lang zieht sich der breite, weiße Sandstand hin, flach abfallendes Wasser macht das Badevergnügen perfekt. Strandkörbe laden zum Ausruhen ein und die Seebrücke zum bummeln. Genau wie hinter der durchgängigen Strandpromenade die Ostseeallee mit ihrem nostalgischen Flair und der einzigartige Bäderarchitektur. Die zahlreichen Villen, architektonische Kostbarkeiten in allen denkbaren Formen um 1900 gebaut, bieten unzählige bemerkenswerte Details, Gebäude mit Charakter. Interessante Einkaufsmöglichkeiten bieten attraktive Einkaufsstraßen, hochwertige Mode, auch billige Allerweltssachen, aber besonders regionaltypische Produkte wie Bernstein und alles aus Sanddorn, bis hin zu bemerkenswerten Töpferwaren, künstlerische Erzeugnisse des Kunsthandwerks oder den vielfältigen Angeboten der Teeläden. Müde vom Spazierengehen kann man im Konzertgarten Ost Musik hören oder in einem der zahlreichen Restaurants Köstlichkeiten genießen, mehrere Cafés, Bistros und Bars bieten alles an, was man gerade haben möchte. Infos unter: www.kuehlungsborn.de.

18.00 Uhr
einchecken in der Upstalsboom Hotelresidenz & SPA www.hotelresidenz-upstalsboom.de
, ein 4-Sterne-Superior Haus. Das moderne Schmuckstück der Bäderarchitektur liegt nur wenige Meter von Strand und Strandpromenade entfernt. Der etwas merkwürdige Name kommt aus der uralten friesischen Sprache und der „Upstalsboom“ war der Baum, an dem die Friesen ihre Pferde aufgestellt haben, wenn sie zur Beratung am Versammlungsort, oder auch an der Thingstätte –Gerichtsstätte- zusammenkamen. 169 Zimmer und Suiten mit bis zu 86 qm Fläche und teilweise vier Balkonen und bei mehr als der Hälfte der Zimmer mit Blick auf die Ostsee, bieten elegante Wohnmöglichkeiten und sind mit allem modernen Komfort ausgestattet. Im Erdgeschoss gibt es den Empfang, eine Bibliothek mit teilweise sehr interessanten Büchern und Kamin, eine Internetlounge, die Bar „Cubanze“ mit beeindruckendem Getränkeangebot und eine „Raucherlounge 1906“, wo man mit edlem Whiskey, Cognac oder einem frischen Bier und einer feinen Zigarre nach dem Essen bestens entspannen kann, der Raucher muss also nicht ungastlich vor die Hoteltür. Bei schönem Wetter bietet sich auf der Rückseite die große Parkanlage „Kastaniengarten“ an, die Sommerlounge allem Service. Für das leibliche Wohl sorgen zwei Restaurants und ein Café. Im ersten Stock warten 1.300 qm „Baltic Spa“ auf regenerationsbedürftige Gäste. Eine Saunalandschaft mit Kräutersauna, Finnischer Sauna, Dampfbad, Lichttepidarium, Erlebnisduschen, Ruheräume u.v.a.m. Ein 15 m langer Pool, umgeben von beheizten Liegen, eine kleine Außenanlage mit Kaltwasser-Tretbecken und einen privaten SPA u.a. mit einer Paar-Badewanne. Dieses Angebot werden wir morgen nutzen. Aber erst mal meldet sich der Hunger und auch noch zur Begrüßung der Hoteldirektor Thomas Peruzzo mit einem Glas Sekt und erzählt uns mit –berechtigtem- Stolz die Geschichte seines Hauses, gerade mal 1 ½ Jahre in Betrieb. Er begleitet uns um

19.00 Uhr
ins Restaurant „Fulgen“. Das bietet Platz für 200 Gäste im Innenbereich mit angeschlossenem großem Buffet und die 800 qm große Sonnenterasse. Hier gibt es auch das Frühstück (und das bis 13.00 Uhr!). Vom reichhaltigen und abwechslungsreichen Angebot der Speisekarte nehmen wir aber nichts, wir werden das ganz besondere Angebot des Restaurants „Brunshaupten“ genießen. Nur sitzen können wir da nicht, wie üblich vollständig ausgebucht, diesmal mit einer großen Hochzeit. Die beiden Souschefs Fritz Glasow und Mathias Seifert haben eine kulinarische Reise auf hohem Niveau vorbereitet. Glasow wurde 2011 bei der GastRo zum „Jungkoch des Jahres“ in Mecklenbug-Vorpommern gekürt. Er liebt das Puristische und Avantgardistische mit regionalem Bezug, „Sättigungsbeilagen“ gibt es bei ihm nicht, wer große Portionen auf dem Teller haben möchte, ist hier falsch. Möchte man aber eine aufregende Reise mit wenigen, aber sehr differenzierten Geschmacksnuancen erleben, sitzt man hier genau richtig. Wir lassen uns überraschen. Nach diversen Grüßen aus der Küche kommen ein Zanderfilet mit Brombeere, Shitake und Koriander und danach ein Rhabarbersorbet im Minzsud mit Ingwer. Dazu aus Neuseelands Weingegend Marlborough ein frischer 2011er „Villa Maria Sauvignon Blanc“. Danach kündigt ein 2010er „Principe de Viana Garnacha“ aus der spanischen Provinz Navarra zwei rosa gebratene Stücke Lamm, einmal mager, einmal etwas fettiger, an, gewürzt mit dem marokkanischen „Ras el Hanout“. Dazu kommen Wildspargelspitzen und ein Fruchttaler aus Passionsfrucht. Zur anschließenden Passionsfrucht-Tarte mit Nougateis-Haube und Schoko-Streifen passt sehr gut der aus dem Burgenland kommende „Alois Kracher Cuvée“. Ein Blick in die Runde der Gäste, das ist gut angekommen, ein begeisternder und stimmiger Erfolg auf ganzer Linie und der Küchenkünstler, der sich kurz sehen lässt, wird zu Recht mit ehrlichem Beifall bedacht. Der Abend klingt in der Raucherlounge und an der Bar aus. Nach einer erholsamen Nacht, bei der man sich aber erst an das tosende Meer vor dem Fenster (Windstärke 7) gewöhnen musste, gibt es um

09.00 Uhr
Frühstück im Fulgen. Das große Buffet lässt keine Wünsche unbefriedigt, eigentlich könnte man hier den ganzen Vormittag sitzen. Aber es wird um

10.00 Uhr
Zeit für einen Spaziergang. Der kleine Stadtrundgang wird mit dem Wissen der klugen und witzigen Stadtführerin zum Erlebnis, zu jedem Gebäude, jeder Verzierung, eigentlich zu allem was zu sehen ist, hat sie eine Geschichte zu erzählen. Schnell noch am Hafen eine Stärkung, die berühmte „Currywurst“ ist angesagt, bevor es um

11.30 Uhr
weitergeht. Am Kai liegt die „Viamar“, ein Katamaran mit 13 m Länge und 7 m Breite kein kleines Segelschiff. Und damit fahren wir jetzt hinaus, das Wetter ist schön, aber immer ist noch Windstärke 6, die Wellen entsprechend hoch und das Ganze ziemlich rau. Bei ruhiger See kann schließlich jeder raus! Wir stellen uns der Herausforderung, lassen den Motor laufen und fahren Richtung Westen an der Küste entlang, immer gegen die Wellen, es macht riesigen Spaß. Schön, die Gegend mal aus der See-Perspektive zu sehen. Zwei Mitfahrer wollen bald gar nichts mehr sehen, eigentlich nur noch runter. Vom Boot versteht sich, nicht unter Deck, wo es einen Aufenthaltsraum und drei Doppelkabinen gibt und sanitäre Einrichtungen, die dann auch benutzt werden. Die anderen genießen ein bewegtes Bier und kleine Snacks. Dann wendet der Kapitän und zieht ein Segel auf, gleich wird es ruhiger und man kann auch nach vorne gehen. Zwar nicht in die beiden großen Sonnennetze, aber schön sitzen und das Einlaufen in den Hafen genießen. Am Kai wird die Ausfahrt noch mit entsprechenden Getränken begossen und Seemannsgarn gesponnen. Ab 17 Euro kostet die zweistündige Ausfahrt, das sollte man sich nicht entgehen lassen, www.viamar.de. Nach dieser Anstrengung ist totale Entspannung angesagt. Darum ab

14.00 Uhr
ab ins Baltic Spa und den Nachmittag in der Erholungswelt mit der Pflege von Körper und Seele verbringen. Später noch im hauseigenen „Wiener Café Arendsee“ den Flüssigkeitsverlust mit feinen Getränken oder Kaffee ausgleichen und vielleicht einige Proben der hauseigenen Patisserie nehmen, rundet die Entspannung ab. Bei schönem Wetter und entsprechender Wärme kann man natürlich auch die Ruhe am feinen Sandstrand genießen und sich in die Ostsee werfen. Kraft genug ist nun aufgebaut und auch der Hunger meldet sich im Hintergrund sanft an und deshalb um

18.30 Uhr
erneut der kleine Spaziergang zum Hafen. Den Abend verbringen wir im Hafenrestaurant „Vielmeer“. Und das bietet wortwörtlich viel mehr als nur Essen und Gemütlichkeit. Ausgezeichnet bereits 2009 mit dem „Norddeutschen Gastronomiepreis“ und 2011 mit dem „Deutschen Gastronomiepreis“ für das stimmige Gesamtkonzept aus Gastronomie, Musik und Kultur. Direkt am Kühlungsborner Hafen gelegen, überwiegen in der Inneneinrichtung viel Holz, ein Kamin und angenehme Rottöne schaffen eine angenehme und gemütliche Atmosphäre, durch nicht zu enge Aufteilung der Tische und Stühle, sowie Sitzecken, viele Kerzen und Blumen. Wer drinnen nicht sein will, um z.B. den Sonnenuntergang draußen zu erleben, findet eine große Außenterrasse mit Sitzkissen, in denen ganz besonders junge und alte Verliebte gerne versinken. Eine gute Kombination aus nordischer Frische und südlicher Lebensart, die sich auch in der exzellenten Speisenkarte für wirklich jeden Geschmack zu recht zivilen Preisen mit viel Fisch und Fleisch wieder findet, hier gibt es dann auch die beliebten großen Portionen. Später gibt es Live-Musik, die „Sinners“ aus Hamburg sind mal wieder da und rocken den Laden mit ihrer mitreißenden Mischung der beliebtesten Titel aus den 50er und 60er Jahren. Die Stimmung kocht und es bewahrheitet sich der alte Spruch, dass alte Scheunen gut brennen! Das tun sie recht lange und es wird doch sehr spät. Aber um

09.00 Uhr
gibt es wieder Frühstück, diesmal ist merkwürdigerweise Rollmops und Fisch allgemein sehr gefragt, einige sitzen auch schon draußen, woran das wohl liegen könnte? Sportlich soll es weitergehen, um

10.00 Uhr
startet die Pedelec-Radtour zum Leuchtturm Bastorf. Im Hotel kann man diese Elektro-Fahrräder mieten oder auch im Ort. Elektromobilität liegt voll im Trend. Biken mit Trittverstärkung hat sich zur attraktiven Fortbewegung für Radsportler aller Generationen und Leistungsniveaus entwickelt. Räder mit Motorunterstützung ermöglichen auch untrainierten Fahrern, mühelos lange Touren zu fahren und dabei starke Steigungen zu meistern. Die Tretbewegung wird mit einem kleinen, geräuschlosen Elektromotor unterstützt. Je nach Beschaffenheit des Geländes und Krafteinsatz des Fahrers können so bequem bis zu 80 Kilometer Strecke gefahren werden. Aber auch Radsport-Profis, die gerne an ihre Grenzen gehen, kommen auf ihre Kosten: Dank verschiedener Programme und Schaltstufen ist sowohl genüssliches als auch sportliches Fahren möglich. Wir müssen uns nicht so groß anstrengen, starke Steigungen gibt es auch nicht, Zeit und Muße genug, die herrliche Landschaft zu genießen. Weit geht der Blick über den Küstenverlauf bis hin zur Insel Fehmarn oder zum „Hochgebirge“ der „Kühlung“, eine waldreiche, gut erschlossene Hügellandschaft im Süden Kühlungsborn, daher kommt auch der Namen der Stadt. Wir schauen uns erst Mal das Leuchtfeuer Buk, bzw. den Leuchtturm an. Er steht auf einer Landspitze, dem Buk, zwischen den Ostseebädern Rerik und Kühlungsborn. Diese Landspitze weist eine Geländehöhe von ca. 78 m über dem Meeresspiegel auf. Die bauliche Höhe des roten Backsteinturmes beträgt 20,8 m, sodass sich eine Feuerhöhe von 95,3 m ergibt. Damit ist dieser Leuchtturm das höchst gelegene Leuchtfeuer, welches an den deutschen Küstengewässern zu finden ist. Wir stärken uns im Restaurant und Café „Valentins“ (www.valentins-cafe.de) mit hausgemachten Konditortorten und Eis, besonders zu empfehlen sind die regionalen Produkte mit Sanddorn. Die große Auswahl ist verlockend, eigentlich wollen wir schon wieder gar nicht weg. Aber wir müssen zurück nach Kühlungsborn, denn da wartet noch etwas Besonderes. Also wieder auf die Räder und entspannt zurück geradelt. Um

13.00 Uhr
sitzen wir gespannt im legendären „Fisch Hus“ und freuen uns über die schier unglaubliche Auswahl von Fischgerichten. Jeden Morgen fährt Fischer Bruno Nähring hinaus und was in den Netzen bleibt, landet wenig später auf den Tellern der Tische im Innenraum oder der großen Sonnenterrasse. Aal, Dorsch, Hering, Steinbutt, Hornhecht, Flunder, Scholle, aber auch sonstiges Seegetier aus aller Welt wird in jeder erdenklichen Art zubereitet. Wir nehmen eine Auswahl an Fischsalaten und eine breite Palette von Räucherfischen und sind begeistert. Auch wenn es mal länger dauert, wir sind schließlich nicht die einzigen Gäste und Plätze sind rar. Nicht wenige bleiben noch an der Verkaufstheke und nehmen die Köstlichkeiten mit nach Hause. Zurück zum Hotel, Räder abgeben, auschecken und um

15.30 Uhr
fahren wir mit der alten Molli-Bäderbahn (www.molli-bahn.de) nach Heiligendamm, dem ältesten deutschen Seebad. Kurzer Rundgang um das berühmte, sehr empfehlenswerte und wirklich sehr schöne „Grand Hotel Heiligendamm“, dem es aber wohl im Moment nicht so gut geht. Bleibt wirklich zu hoffen, dass sich die Zeiten für dieses Juwel schnell bessern. Unsere Aufenthaltszeit an der deutschen Riviera läuft nun leider langsam ab. Gegen

16.00 Uhr
Transfer zum Flughafen Rostock-Laage. Dort noch in aller Ruhe einen Kaffee genommen und um

17.40 Uhr
Rückflug mit Germanwings nach Köln, dort kommen wir gegen

18.45 Uhr
an.

Ein perfektes Wochenende ist zu Ende. Fazit: So bald wie möglich wiederholen!

Autor: Wolfgang Grüner



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