Landleben auf dem Bauernhof

Bauernhöfe, Freilichtmuseen, Grabmäler und Rosen – Entdeckungen in der Mitte von Bulgarien

19.09.14

Das bulgarische Landleben erlebt man am besten in den Gebirgen des Landes, in den riesigen Wäldern. Dort in der wunderbaren Natur kann man mit Dorf-, Öko- und Landtourismus auch der Vergangenheit näher kommen. Ein Großteil des Landes sind als Naturschutzparke und- gebiete ausgewiesen, im Sommer wie im Winter kann man durch die Berggegenden Rila, Rhodopen, Pirin, Balkan und Strandza wandern, Skilaufen, wilde Radtouren unternehmen, auf dem Pferderücken die Schönheiten entdecken, Angeln, Schwimmen, Rudern und was es sonst noch gibt.

Das bulgarische Landleben erlebt man am besten in den Gebirgen des Landes, in den riesigen Wäldern. Dort in der wunderbaren Natur kann man mit Dorf-, Öko- und Landtourismus auch der Vergangenheit näher kommen. Ein Großteil des Landes sind als Naturschutzparke und- gebiete ausgewiesen, im Sommer wie im Winter kann man durch die Berggegenden Rila, Rhodopen, Pirin, Balkan und Strandza wandern, Skilaufen, wilde Radtouren unternehmen, auf dem Pferderücken die Schönheiten entdecken, Angeln, Schwimmen, Rudern und was es sonst noch gibt. Und es gibt wirklich viel zu erleben in unberührter sauberer Natur mit schönen Aussichten, vielen Menschen wird man dabei nicht begegnen. Die trifft man in den kleinen Dörfern. Der Aufenthalt in einem gastfreundlichen Bauernhaus und das Leben mit den Bewohnern, mit ihrem Alltag, ihren Festlichkeiten, den Sitten und Gebräuchen, mit authentischer Volksmusik oder traditioneller Handwerkskunst vermitteln dieser Art des Urlaubs einen besonderen Reiz. Stellen Sie sich einen gemütlichen Tag in einem Bauernhaus vor, auf dem Tisch stehen Lukanka, Sudschuk, Babek, Kampama, es gibt Patanik, Baniza oder Kavarma mit Sirene und Kaschkaval. Interessant herauszufinden, was das alles ist. Dazu einen guten Wein, Elenova aus Nova Zagora, einen Mavrud Tiara, den schweren Merlot aus Melnik. Oder eines der ausgezeichneten einheimischen Biere, das bulgarische Mineralwasser gilt als das beste der Welt. Jogurth wurde hier erfunden. Die thrakischen Reiter trugen am Gürtel einen Lammfellsack mit Milch und in Verbindung durch die Mikroflora des Sacks, der Körpertemperatur und das Durchschütteln entstand „schnittfeste Milch“, eben Jogurth. Später hat der bulgarische Arzt Stamen Grigorow den verursachenden „lactobacillus bulgaricus“ entdeckt. Es gibt sogar jährlich ein „Fest des Jogurths“ in der Stadt Trun, dazu auch noch ein Museum. Davor, zwischendurch und danach etwas Härteres, einen Rakija, einen Rosenschnaps oder Slivowitz und was es sonst noch gibt.

Ich besuche den Bauern Ilja und seine Familie, im Dorf Sabotkovski 10 Kilometer von der Stadt Gabrovo und werde traditionell mit Brot und Salz begrüßt. Das Brot kommt frisch aus dem steinernen Ofen und ist richtig lecker. Ordentlich und romantisch ist der Vorzeige-Bauernhof, so kann man das traditionelle bulgarische Landleben schön erleben. Wer hier übernachten will, kann das gut im Gästehaus im traditionellen Stil mit drei Zimmern und einem Speisesaal mit Küche, früher war das mal eine Schule. Außerdem gibt es ein kleines Museum, in dem das Landleben der Vergangenheit zu sehen ist. Bulgarische Trachten gibt es auch und wer sich verkleiden möchte, kann das ganz original tun und dann, bewaffnet mit Säbel, altem Gewehr oder Pfeil und Bogen auf ein Pferd steigen und auf Plastikbär oder –schwein schießen und vielleicht auch treffen. Wer lieber an der Herstellung von Käse, Quark oder Jogurt interessiert ist, kann bei der Fertigung zusehen, oder im Garten die Zutaten für das leckere Essen selbst pflücken.

Freiluftmuseen



Wer noch gründlicher an der Vergangenheit interessiert ist, dem empfehle ich den Besuch von zwei Freilichtmuseen:

Das architektonisch-ethnografische Freilichtmuseum "ETAR" 8 km südlich von Gabrovo ist das erste Museum dieser Art in Bulgarien, es wurde 1964 eröffnet. Dort befindet sich die einzige volkstümliche Wassertechniksammlung in Bulgarien. Die Sammlung bewahrt 10 Objekte auf und ist eine der besten technischen Sammlungen unter den europäischen Freilichtmuseen. Die wichtigste Besonderheit der Sammlung besteht darin, dass alle Objekte im Einsatz sind und zwar so, wie es in der Vergangenheit üblich war. Die Handwerkergasse stellt 16 Musterbeispiele der Balkanarchitektur vor, die die eigenständige Begabung der Baumeister aus der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt zeigen und ist ganzjährig geöffnet. Die Besucher haben so die Gelegenheit, die alten Produktionsverfahren und Originalwerkzeug zu erleben, sich mit dem Handwerker zu unterhalten und als Erinnerung ein handgearbeitetes Produkt aus Metall, Leder, Ton, Holz, Wolle usw. mitzunehmen. Außerdem werden Kurse angeboten, wie z.B: Flechten mit Maisstroh, Färben mit Naturfarben, Ikonenmalerei, Holzschnitzerei, Werkstatt für Volksmusikinstrumente, Weben usw.

Das Gabrovoer Dorf Bozhentsi ist eines der schönsten Architekturreservate Bulgariens. Es liegt 15 Kilometer östlich der Stadt Gabrovo und beeindruckt mit seinen gut erhaltenen Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden aus der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt. Es beeindrucken die zwei- und dreistöckigen Häuser mit ihrer einzigartigen Architektur. Mehr als 100 Gebäude des Dorfes haben ihr authentisches Antlitz bewahrt. Einige der Häuser wurden in Museen umgewandelt. Im Haus der Großmutter Rayna gibt es eine ethnographische Ausstellung mit Exponaten aus dem 18. Jahrhundert. Die Lebensweise der örtlichen Bevölkerung aus dem 19. Jahrhundert ist hingegen im Museumshaus „Doncho Popa“ zu sehen. In der „Mengemata“-Werkstatt wurde einst Wachs gereinigt – eine Presse zur Wachsreinigung aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts dokumentiert dieses Gewerbe. Eine weitere interessante Ausstellung ist in der Zellen-Schule untergebracht. Darin ist ein typisches Klassenzimmer aus dem 19. Jahrhundert aufgebaut. Sehenswert ist ferner die Kirche „Heiliger Prophet Elias“ aus dem Jahre 1839. Im Dorf werden verschiedene bulgarische Bräuche nachgestellt, wie Georgstag, Weihnachten und Lazerustag. Unbedingt eine der örtlichen Küchenspezialitäten probieren: die sogenannte „weiße Süßigkeit“. Der Geschmack dieser hausgemachten Nascherei ist unvergesslich.

Thrakische Grabmäler

Aber nicht nur Rosen gibt es im Tal der thrakischen Könige, sondern auch interessante Vergangenheit zu besichtigen. Zum Beispiel mit Golyama Kosmatka, einen Tempel und dem Grab von König Seuthus III, alles erst 2004 entdeckt. Ein wunderschönes Stück hellenistischer Kunst aus Bronze wurde hier gefunden, der Kopf eines bärtigen Mannes. Gut 26 m lang ist die Anlage, mit drei Kammern. Im ersten Raum war ein Pferd bestattet, der zweite diente wohl als Tempel, in der Hauptkammer steht ein großes steinernes Bett. Eine Menge wertvoller Grabbeigaben wurden gefunden. Nicht weit entfern ist das Grab Ostrusha, auf gut über 100 qm gibt es viel zu sehen. In der Stadt Kazanlak auf einem Hügel gibt es gleich zwei Grabhügel, einen echten und einen falschen. Im echten bienenkorbähnlichen Grab fand man sehr gut erhaltene Wandmalereien, schöne Menschen und prächtige Tiere in einer Art Prozession mit Trompetenspielern, Geschenke tragenden Frauen, beladenen Pferdewagen, an der kreisrunden Decke ein sehr dynamisches Pferdewagenrennen, alles verziert mit schöner Ornamentik. Im falschen, nachgemalten Grab kann man das alles in Ruhe besichtigen, ins Original kommt man nicht rein, außer es gibt eine Ausnahme. Unterschiede habe ich allerdings nicht festgestellt, fast war die Replik noch schöner. Ansehen sollte man sich das Iskra-Museum mit mehr als 50 000 Originalen aus dem Tal der thrakischen Könige und Umgebung.

Weiter geht es zum nächsten thrakischen Grabmal in Alexandrovo, hier steht eines der größten Gräber mit sehr schön erhaltenen Fresken, die Auskunft geben über religiöse Sitten, Kulte, Waffen, Kleidung und Lebensart. In Mezek fand man 1909 die bisher größte bienenkorbartige Kuppel mit einem runden und zwei rechteckigen Räumen. Besonders sehenswert die virtuos gemalten Jagdszenen, vier Reiter und vier Männer zu Fuß greifen zwei Eber und zwei Hirsche an, neun Hunde beteiligen sich, eine realistische und expressive Darstellung aus einer versunkenen Welt. Die Sargkammer war mit einer schweren Tür aus Bronze verschlossen, drinnen fand man viele Gegenstände aus Bronze, Gold, Eisen und Glas, unter anderem aus Bronze ein massives Wildschwein. Noch warten in Bulgarien viele Grabmäler auf ihre Erforschungen.

Das Tal der Rosen

So heißt das Tal zwischen dem Balkangebirge und dem Sredna Gora Gebirge, denn hier wächst auf mehr als 36 000 Hektar Bulgariens teuerster Schatz, die ölhaltige Damascena-Rose. Sie gibt zur Erntezeit gut 60 000 Menschen Arbeit. Das Klima im Tal ist sehr spezifisch, kurze milde Winter und langer warmer Frühling. Für die Gewinnung von 1 kg Rosenöl werden 3500 kg Rosenblätter benötigt, die man nur zu einem bestimmten Zeitpunkt der Reife und nur am frühen Morgen pflücken kann, wenn die Blüten noch nicht ganz geöffnet sind. Rosenöl wird so ähnlich wie guter Schnaps hergestellt, der Weg ist fast gleich. Etwa 2.5 Tonnen Rosenöl werden produziert, der Grundpreis für 100 ml (!) liegt zwischen 3000 und 5000 € und daher ist es kein Wunder, das in der Zentralbank in Sofia noch unter den bulgarischen Goldreserven im tiefsten Keller der wahre Schatz liegt, reines Rosenöl. Verwendet wird das Öl hauptsächlich für kosmetische Produkte, Rosenwasser ist ein angenehmes Nebenprodukt. In den Duty Free Shops auf den Flughäfen in Bulgarien bekommt man diese feinen Sachen recht günstig, zuhause sind sie mindestens sieben Mal teurer, unschlagbar billig kauft man aber am besten den Jahresvorrat in Kazanlak selbst. Im kleinen Museum für Rosenwasser erfahre ich alles über die Herstellung des kostbaren Grundstoffes für Parfüms, Speisen und Kosmetika. Das ist sehr informativ und interessant gemacht, leider sind die Beschriftungen oft noch nur in Bulgarisch, das sollte man ändern. Draußen zeigt mir der Gärtner Marin auf einem kleinen Versuchsfeld die Rosen, erklärt etwas und ist ein bisschen verlegen dabei. Unweit stehen einige Gebäude und Labore, dort wird geforscht und entwickelt. Das ist auch bitter nötig, die Konkurrenz aus asiatischen Ländern ist auf dem Markt deutlich spürbar.

Wer wirklich gut und authentisch bulgarische Küche genießen will, findet diese in Haskovo im sehr schönen Restaurant „Alafrangite“ http://www.alafrangite.com

Ein typisches Essen im lauschigen Gartenlokal: Knuspriges Brot mit grüner Kräuterpaste, gegrilltes Gemüse, verschieden zubereitetes Fleisch mit Zitrone, dazu Soßen als Bratensoße oder mit Pilzen , milde und scharfe Paprika in Öl, warmer Blätterteigfladen mit Käse gefüllt, knusprige Kartoffeln mit Kräutern, süße Nachtische, dazu Wein, Bier, oder wer will, auch Wasser. Viele weitere leckere Überraschungen bieten die ausführlichen Speisen- und Weinkarten. Sehr gut!

Mehr Infos zu Bulgarien, ETAR, Bozhentsi, Rosenmuseum: www.bulgariatravel.org

Ein Rat für den bulgarischen Tourismus: Ausländische Touristen kommen viel besser zurecht mit Angaben in ihren Sprachen und besseren Sprachkenntnissen der im Tourismus tätigen Personen!

Autor: Wolfgang Grüner
Die Reise wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung des für Tourismus zuständigen Ministeriums für Wirtschaft und Energie in Bulgarien.



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