Mehrwertsteuer-Erhöhung sorgt für verdeckten Preisanstieg

Mogelpackungen entlarvt - Verein fordert mehr Transparenz - Teuerfahnder macht sich stark für faire Verbraucherpreise

30.04.07

Eine heute, Montag, präsentierte Auswertung der beim Verein Teuerfahnder e.V. http://www.teuerfahnder.de von Konsumenten gesammelten Daten bestätigt die Befürchtungen vieler Konsumenten. Als Folge der Mehrwertsteuer-Erhöhung zum Jahreswechsel beträgt die zusätzliche Preiserhöhung im Schnitt 15,6 Prozent, wobei 63 Prozent aller Preismeldungen Aufschläge von mehr als drei Prozent ausweisen.

Das Problem scheint vor allem durch unfaire Preisanhebungen fernab gesetzlicher Standards an Brisanz zu gewinnen. "Viele Händler und Anbieter nutzen noch immer die Situation der gesetzlich vorgeschriebenen Erhöhung der Mehrwertsteuer für eine unfaire Preisgestaltung zu Lasten der Verbraucher aus", betont der Teuerfahnder-Sprecher Tom Proch gegenüber pressetext.

Im Detail ergibt eine Analyse der Einträge in der Teuerfahnder-Suchmaschine, dass viele Preise bereits 2006 im Zuge der Fußballweltmeisterschaft vor allem im Dienstleistungsbereich vorzeitig erhöht worden. Laut Proch wird der überverhältnismäßige Preisanstieg oft damit gerechtfertigt, dass administrative Umstellungen und "neue", durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung "notwendige" Mehrkosten anfallen. Neben der Preisanalyse weist Teuerfahnder jedoch auch auf Mogelpackungen hin.

Exemplarisch beruft sich der Verein hierbei auf eine "dreiste Preistreiberei", die von einem Teuerfahnder aus Münster aufgedeckt werden konnte: Bei einer Packung Brühwürfel wurden bei gleicher Würfel-Anzahl die jeweiligen Mengen der Nährstoffe wie Eiweiß oder Fett verringert. Neben diesem Extrembeispiel gingen auch viele Meldungen über Preiserhöhungen bei normalen Lebensmitteln ein, die mit einer Besteuerung von sieben Prozent gar nicht unter den neuen Mehrwertsteuer-Satz fallen. Hierbei reicht die Palette bei den Eintragungen in der Teuerfahnder-Preismaschine von einer Flasche Sekt, über Weizenmehl und Brötchen, bis hin zum Trockenhaarschnitt oder einer Vollkasko-Versicherung.

Interessant ist, dass nur 37 Prozent der Preismeldungen der gesetzlich vorgeschriebenen Mehrwertsteuer-Erhöhung von 16 auf 19 Prozent entsprechen. Ein Viertel der Einträge zeigen einen Preisaufschlag von vier bis zehn Prozent. Bei 29 Prozent liegt ein Aufschlag zwischen zehn und 30 Prozent vor, wobei neun Prozent sogar über 30 bis - in Einzelfällen - hin zu 70 Prozent zu Buche schlagen. "Aus diesem Grund appellieren wir an die Preistransparenz bei Unternehmen und verweisen auf einen fairen Umgang mit der Mehrwertsteuer-Erhöhung", so Proch abschließend.

Link: teuerfahnder



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